Assemblage

Neubau in einem bestehenden Siedlungsgebiet

Planung/Bauleitung: fabi architekten bda, Regensburg
Innenarchitektur: fabi architekten bda, Regensburg
Statik: IB Orthuber, Regensburg

Planungszeit: 10.2015 - 07.2016
Bauzeit: 11.2016 - 03.2018
Wohnfläche: 271 m²
Bruttorauminhalt: 1.530 m³
Kosten (300/400): k.A.

Haustechnik:
Luftwärmepumpe und Gas-Brennwert-Therme
Fotovoltaikanlage 6 KWp mit Elektroanschluß PKW
Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
KNX-Bus-Steuerung, Schalterprogramm: Jung Zero

Beleuchtung: Occhio, Tobias Grau, Vibia Sparks
Möbel: Vitra Eames Lounge Chair u. Eames Plastic Chair, Saarinen Estisch Knoll Int., Sideboar Piure Line, Einbauten: fabi architekten bda
Küche: Bulthaup b3
Sanitär: Alape, Duravit Pool: Reps GmbH
Armaturen: Vola, Herzbach

Moderne Wohnarchitektur sensibel und angemessen in eine ältere, gewachsene Siedlung einzufügen, ist eine planerische Herausforderung. Einerseits möchte sich der Neubau formal und materiell als Entwurf unserer Zeit zu erkennen geben, andererseits sollte er zwischen seinen schon länger bestehenden Nachbarn nicht als überheblicher Solitär hervorstechen.

Das neue Einfamilienhaus in Regensburg meistert diese Gratwanderung geschickt durch bewusste Kleinteiligkeit. Zwar setzt sich der Entwurf mit Flachdächern und puristischen Details klar von den umgebenden Satteldachbauten ab. Entgegen dem Trend zu monolithischen Formen, wurde hier jedoch das Volumen des Hauses gekonnt aufgelöst in vier einzelne Kuben ganz unterschiedlicher Abmessungen.

Auch in der Höhe gleicht keiner der vier Baukörper dem anderen, doch die Proportionen aller entsprechen in etwa dem „Goldenen Schnitt“. So entstand ein harmonisches Ensemble, dessen Gesamtvolumen geschickt kaschiert wurde. Für sich genommen, ist jeder der vier Kuben kleiner als die Nachbarhäuser. Sie legen sich gemeinsam um ein blickgeschütztes Atrium, das sich über Eck zu Pool und Garten öffnet.

Die formale Kleinteiligkeit wurde an der zweigeschossigen Eingangsseite durch eine unprätentiöse, beinahe spielerische Fassadengestaltung fortgeführt. Vier vertikal orientierten Fassadenöffnungen in Fensterglas, satiniertem Glas, Spiegelglas und Eiche wurden mit einer horizontalen Sichtbetonscheibe als Vordach kombiniert. Doch was besonders hervorsticht, ist ein scheinbares Sichtbetonrelief, das im Obergeschoss über Eck geführt wurde – eine Outdoor-Tapete, die den Betrachter augenzwinkernd in die Irre führt.

Im Inneren setzt sich die äußere Assemblage – die Collage der Formen, Materialien und Farben – fort: die Treppe steht als Eichenholzskulptur im Eingangsbereich, eine Wandscheibe in Sichtbeton trennt sie vom Raumkontinuum des Erdgeschosses, das fließend durch die Kuben mäandriert. Abschnitte in Sichtbeton und das Ofenensemble in geöltem Rohstahl durchbrechen die weißen Wandoberflächen. Die weiß geölten Eichedielen des Fußbodens werden an besonders beanspruchten Stellen von Kalksteinbelägen ergänzt. Auf den Eingang folgt der Essbereich, jeweils halboffen verbunden mit Küche und Wohnraum. Eine durchgängige Glasfassade lässt das Atrium zum gemeinsamen Zentrum werden. Auch der Schlaftrakt mit zentraler Ankleide und Sauna öffnet sich bodentief zum Innenhof. Nur der Eingangsbaukörper fiel zweigeschossig aus. Hier wurden zwei Kinder- und ein Gästezimmer mit Bad um eine Galerie gruppiert.

Entlang der Grundstücksgrenze gefasst wird der vielschichtige Entwurf von der Gartenmauer des Vorgängerbaus. Sie gibt dem Neubau einen homogenen Rahmen und trägt zugleich mit dazu bei, ihn in die Siedlung einzufügen.

Johannes Kottjé

 

Assemblage

Adding modern residential architecture sensitively and appropriately to an older, mature settlement is a planning challenge. On the one hand, the new building would like to present itself formally and materially as a design of our time, on the other hand, it should not stand out as an arrogant solitaire between its long-standing neighbors.

The new family home in Regensburg cleverly masters this tightrope walk by deliberately small scale. Although the design with flat roofs and puristic details clearly sets itself apart from the surrounding pitched roof structures. Contrary to the trend towards monolithic forms, however, the volume of the house was skilfully dissolved into four individual cubes of very different dimensions. Taken individually, each of the four is smaller than the neighboring houses. They share a view-protected atrium, which opens on the corner to the pool and garden.

The formal fineness was continued on the two-storey entrance side by an unpretentious, almost playful facade design. What particularly stands out is an apparent exposed concrete relief, which was led upstairs on the corner - an outdoor wallpaper that leads the observer with a wink.

Inside, the collage of materials, colors and shapes continues: the staircase stands as an oak wood sculpture in the entrance area, a wall panel in exposed concrete separates it from the spatial continuum of the ground floor. Sections in exposed concrete and the oven ensemble in oiled crude steel break through the white wall surfaces. The white oiled oak planks of the floor are supplemented at particularly stressed areas of limestone coverings.