Zwischen-Raum

Sanierung und Neubauerweiterung Wohnhaus Z.

Bauherr:Familie Dr. Z.
Bauort:Von-Richthofen-Str. 10, 93051 Regensburg
Planung/Bauleitung: fabi architekten bda, Regensburg
Projektleitung: Nina Fabi
Mitarbeiter: Kristina Binder, Julia Geigenberger

Planungszeit: 11.2010 – 07.2011
Bauzeit: 10.2011 – 07.2012
Wohnfläche: 198 m²
Bruttorauminhalt: 1.109,74 m³
Kosten (300/400): 2.250 €/m² brutto

Veröffentlicht:
>> Das Umbau-Buch, DAV, 2017
10 Häuser², Verlag Büro Wilhelm 2016
>> Deutsches Architektenblatt 8.2016
>> Attraktiv wohnen in denkmalgeschützten Häusern, DVA 2015
Wais Architekturkalender 2014
>> CUBE 12/2013
>> architekturpreis 2013
>> Schöner Wohnen 04/2013
>> Siedlungshäuser, DVA 2013
Extreme Homes, TV-Produktion, London
>> Der Heinze, 2013
>> Casa Mia, 2013
>> Home Style Mag, Singapur 2013
>> SAB, Slowakei 2013

Die Ganghofersiedlung wurde in den 1930-er Jahren unter den Nationalsozialisten als „Siedlung Göring-Heim“ für Angehörige der Messerschmidtwerke erbaut. Im Laufe ihres Bestehens wechselten die 149 Häuser der Siedlung öfter den Besitzer. Zuletzt wurde Sie leider an eine rein wirtschaftl. orientierte Immobiliengesellschaft verkauft.

Die stark sanierungsbedürftigen Siedlungs-Häuser sollen im Zuge eines Bebauungsplans – mit zwangsläufig einhergehender Umwälzung der Sozialstruktur -  neu „revitalisiert“ werden. Die Siedlung war bisher architektonisch fast unverändert erhalten geblieben und steht unter Ensemble- und Denkmalschutz.  Die einfachen Satteldach-Einfamilienhäuser mit ca. 80 qm Wohnfläche können zur Vergrößerung der Wohnfläche um einen erdgeschossigen Anbau erweitert werden.

Für uns als Architekturbüro stellten diese Vorgaben eine große Herausforderung dar, um zum Einen exemplarisch zu zeigen, wie ein sensibler Umgang mit Bestandsgebäuden und zum Anderen ein perfektes Fügen eines Neubaus erreicht werden kann.

Um das Bestandshaus komplett freigestellt zu belassen, wurde ein transparenter selbsttragender Ganzglasübergang, ohne sichtbare Profile, Entwässerungssysteme und Sockelausbildung  - wie eine Brücke – zwischen Bestand und Neubau gespannt. Die Glasfuge fungiert als optische Trennung bei gleichzeitiger funktionaler Verbindung. Die gesamte Außenfassade des Siedlungshauses bleibt von außen sichtbar,- das Gebäude in seiner Proportion vollständig erhalten.

Im Entwurfsprozess hat sich schnell herauskristallisiert, dass in den kleiner geschnittenen Räumen mit den reduzierten Fensteröffnungen des Bestandes die Individualräume ( Kinderzimmer, Schlafzimmer, Bäder u. ein Arbeitszimmer ) untergebracht werden. Den Bauherren war es wichtig im Gegensatz hierzu im Erweiterungsneubau einen luftigen, offenen, großen Wohn-, Koch- Essbereich zu schaffen, welcher sich auch durch die gesamte innen - und außenräumliche Gestaltung vom Bestand klar absetzt. Somit gibt es kleinteilige, gemütliche Bereiche, als auch moderne, großzügige Wohnsituationen unmittelbar nebeneinander.

Im Bestand wurde demzufolge ein Dielenparkett verlegt, die alten Bestandstüren und die best. Holztreppe erhalten und aufbereitet, sowie vorhandene Holzstützen wieder verwendet. Im Neubau wurden schwarz und weiss beschichtete Nutz-Estriche eingesetzt, sowie filigrane, transparente Treppen und Geländer aus Stahl und Glas.

Der Anbau steht für sich und wird zusätzl. durch dunkle Farbgebung, vertikale Holzschalung und schmale hohe Fensteröffnungen auf der Straßenansicht optisch verkleinert und abgesetzt. Auf der Südwestseite gewähren große Verglasungen den Blick auf die Kronen der schönen alten Obstbäume.

Die beiden Geschosse des Anbaus wurden zusätzlich über einen Luftraum in der Vertikalen verbunden. So wird die Belichtung des UGs, welches z.T. im Hang steckt stark  verbessert und die beiden Funktionen Essen und Wohnen werden miteinander verbunden. Zusätzlich leiten Dachoberlichter das Tageslicht über eine verglaste Treppe bis ins UG. So wird eine maximale Nutzung des Neubaus komplett als Wohnfläche erreicht. Einbaumöbel und eine Möbeltreppe im Neubau schaffen zusätzliche Stauflächen.

Die Haustechnik umfasst neben einer Geothermie-Wärmepumpe, eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Vorkonditionierung. Das Gebäude entspricht einem KfW-Effizienzhaus 70.