Intarsie

Sanierung und Neubauerweiterung Wohnhaus Bartholomäy

Bauherr: Familie Bartholomäy
Planung/Bauleitung/Innenarchitektur: fabi architekten bda,
Regensburg
Mitarbeiter: Nina Fabi, Kristina Binder, Christina Engelmann
Statik: Orthuber&Partner, Regensburg

Planungszeit: 10.2012 – 12.2013
Bauzeit: 04.2014 – 07.2015
Wohnfläche: neu 185 m²
Kosten (300/400): 2.850 €/m²

Veröffentlicht: Living in Wood 2017
Archipendium 2017
10 Häuser², Verlag Büro Wilhelm 2016
Preis: Anerkennung das Goldene Haus 2016

Unser bereits zweites Gebäude in der Regensburger Ganghofersiedlung, welche in den 1930-er Jahren unter den Nationalsozialisten als „Siedlung Göring-Heim“ für Angehörige der Messerschmidtwerke erbaut wurde.

Die stark sanierungsbedürftigen Siedlungs-Häuser sollen im Zuge eines Bebauungsplans – mit zwangsläufig einhergehender Umwälzung der Sozialstruktur - neu revitalisiert werden. Die Siedlung war bisher architektonisch fast unverändert erhalten geblieben und steht unter Ensemble- und Denkmalschutz. Die einfachen Satteldach-Einfamilienhäuser mit ca. 80 qm Wohnfläche können zur Vergrößerung der Wohnfläche um einen erdgeschossigen Anbau erweitert werden. Die Spannung zwischen historischem Erbe und aktueller Gegenwart bestimmt auch den Entwurf für Sanierung und Neubauerweiterung.

Um das Bestandshaus in seinem eigenständigen Gesamtausdruck nicht zu schwächen wurde die Fuge zwischen Bestand und Neubau mit einer Spiegelfläche belegt. Somit entsteht eine starke Trennung der beiden Baukörper. In der Eingangsebene wird die angrenzende Siedlungsstraße wiedergespiegelt,- rückwärtig reflektiert sich das Grün des Gartens. Der Neubau ruht als einfache Holzbox zurückhaltend und eigenständig neben dem Bestand. Die Fassade aus horizontalen unbehandelten Eichenholzbrettern wird durch unterschiedliche Brettbreiten und Tiefenebenen zusätzlich akzentuiert und flächenmäßig gegliedert. Wie eine Art Intarsie übergreifen die Strukturen die quadratischen Fenster.

Das Eichenholz der Fassade des Neubaus zieht sich auch thematisch in den Innenraum. Der Entwurf der Einbau-Möbel prägt den Grundriss von Anfang an stark, da diese die einzigen Raumbegrenzungen im Neubau bilden. Dem Eingang zugeordnet, liegt als Vermittler zwischen Bestand und Neubau, ein hölzernes Treppenmöbel als „Raum im Raum“ mit Stauraum für Kleinutensilien und Tageslicht von oben. Von dort aus gelangt man in die Küche und das Esszimmer des Neubaus. Die Küche mit dem kleinen alkovenartigen Sitzplatz aus Eichenholz – mit Blick zum Eingang – ist nur durch Küchenmöbel begrenzt und mittels einer Theke zum Esszimmer geöffnet. Das große Eichenholzmöbel, welches sich von der Küche über das Esszimmer in das Wohnzimmer erstreckt, bildet das räumliche Rückgrat und ermöglicht die halboffene Trennung der drei Bereiche Kochen, Essen und Wohnen. Durch die unterschiedliche Höhenstaffelung und die differenzierte Durchlässigkeit des Möbels werden interessante Raumstimmungen geschaffen. Die Nutzungsbereiche werden durch einen durchgehenden neutralen grau-braunen Spachtelestrich als Bodenbelag geeint.

Der Bestand wurde behutsam den Originalplänen und Fotos folgend saniert. Der kleinteilige Bestandsgrundriss wurde weitgehend belassen. Hier sind Eingang und die Individualräume wie 3 Kinderzimmer, Schlafzimmer, 2 Bäder untergebracht. Im Bestand wurde ein Eichen-Dielenparkett verlegt. In den Bädern und im Eingangsbereich wurde ein grün-brauner schwedischer Kalkstein (Ölandstein) als Bodenbelag verwendet.

Die Haustechnik umfasst neben einer Gasbrennwert-Therme, eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und ein KNX-System.

 

Our second building already in the Regensburger Ganghofer settlement, which was built in the 1930s under the Nazis as "settlement Goring-home" for members of Messerschmidt.

The simple gabled roof-houses with about 80 m² of living space can be expanded to increase the living space to a ground-floor extension. The tension between historical heritage and current presence determines the design for the renovation and new building extension.

In order not to weaken the stock house in its standalone total term the gap between stock and new construction was covered with a mirror surface. This creates a strong separation of the two buildings. On the entry level, the adjoining streetview is reflected, - rear itself reflects the green of the garden. The new building rests as a simple wooden box cautious but confident next to the inventory. The facade of horizontal untreated oak boards is accentuated by the different board widths. As a kind of inlaid overlap the structures the square window.

The oak of the facade of the new contracts also thematically into the interior. The draft recessed furniture characterizes the ground plan from the beginning strongly, as these are the areas specified in the new building. The entrance assigned, is an intermediary between stock and new construction, a wooden staircase furniture as "room within a room" with storage space for small items and daylight from above. From there you get into the kitchen and the dining room of the new building. The kitchen with the little alcove-like seat made of oak - overlooking the entrance - is limited only by furniture and opened by means of a bar to the dining room. The large oak furniture, which extends from the kitchen onto the dining room into the living room, is the spatial backbone and allows the separation of the three semi-open areas cooking, eating and living. Due to the different height graduation and the differentiated permeability of the furniture interesting space moods are created. The stock has been carefully following the original plans and photos rehabilitated The small-scale inventory plan has been largely maintained. Here input and the personal rooms as 3 children, bedrooms, 2 bathrooms are housed. In stock a oak plank floor has been installed. In the bathrooms and entrance area, a green-brown Swedish limestone (Ölandstein) was used as a floor covering.