Museum der Bayerischen Geschichte - Depot

Umbau und Sanierung Salzstadel

Auftraggeber: Stadt Regensburg, Amt für Gebäudeservice Planung/Bauleitung: Arbeitsgemeinschaft Burckhardt&Partner/Reiner Becker Architekten BDA Basel/Berlin (Lph1-5) mit fabi architekten bda, Regensburg (Lph 6-9), Mitarbeiter: Petra Beer, Veronika Lemberger
Statik: BBI, Landshut
Haustechnik: IB Ottitsch, München, IB Brunndobler, Kelheim
Planungszeit: 06.2014 – 09.2015
Bauzeit: 10.2015 – 04.2018
Nutzfläche: 2.760 m²
Bruttorauminhalt: 9730 m³
Kosten (300/400): 6.4 Mio. €

Der sogenannte „Österreicher Stadel“ an der Donaulände in Regensburg (UNESCO Weltkulturerbe) wurde 1653 erstmals urkundlich Erwähnt und im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut. Das mächtige, historische, denkmalgeschützte Lagergebäude wurde u.a. als Salzspeicher genutzt und wurde nun als Museumsdepot für das neue Museum der Bayerischen Geschichte saniert. Mit 18 x 40 m Außenmassen, 3 Normalgeschossen und 3 Dachgeschossen und 18 m Höhe ist das Gebäude ein mächtiges Bauvolumen direkt am Donauufer. Ziel der Sanierung war es zum einen eine vorbildliche denkmalgerechte Ertüchtigung der Bestandsbauteile zu leisten und die neu zu erstellenden Strukturen klar ablesbar dem historischen Bestand bei zu fügen.

Der Hauptzugang bzw. Anlieferung des Museumsdepots erfolgt über den bereits bestehenden Eingang an der Nordseite des Stadels. Daran schließen sich im mittleren Teil des Erdgeschosses die Schmutzschleuse mit Eingangsdepot, Quarantäneraum und Sozialräumen an. Im östlichen Gebäudeteil des Erdgeschosses sind das Restaurierungsatelier und die Inventarisierung, im westlichen Lagerflächen untergebracht. Der erforderliche Lastenaufzug, konnte genau an gleicher Stelle, an der sich bereits ein historischer Seilzug befunden hatte, untergebracht werden. Zur Aufbewahrung des Depotgutes sind im ersten und zweiten Oberschoss Rollregalanlagen und Möbelpodeste, im dritten und vierten Obergeschoss Schwerlastregale und Schränke eingebaut. Die Technikräume für die Lüftungsanlagen befinden sich teilweise im zweiten und im gesamten dritten Dachgeschoss.

Die Balkenköpfe der historischen Holzkonstruktion waren bis zu 80 % geschädigt. Bei den Holzunterzügen zeigten sich stellenweise beträchtliche Durchbiegungen infolge der Belastung durch die historische Nutzung als Salzlager. Außerdem waren vor allem der teilweise noch originale Holzdielenbelag, aber auch einige Balken, mit Holzschädlingen befallen. Beim Brand im Jahre 1988 wurde das Holztragsystem stark angegriffen. Die geschädigten historischen Holzbauteile wurden durch Brettschichtholzbalken, mit zimmermannsmäßigen Holzverbindungen, denkmalgerecht saniert bzw. ergänzt. Die neue Deckenunterkonstruktion auf dem Holztragsystem besteht aus Brettsperrholzplatten, die die zugleich notwendigen statischen Funktionen und den erforderlichen Brandschutz erbringen.

Das Mauerwerk zeigte in Teilbereichen starke Rissbildungen, die mit einer Trasszementsuspension verpresst werden mussten. An den Innenwänden in voller Höhe und im Sockelbereich der Außenwände, ist aufgrund der hohen Salzbelastung ein speziell abgestimmter Salzspeicherputz zum Einsatz gekommen. An den Außenfassaden wurde zusätzlich ein rein mineralischer Wärmedämmputz auf Romanzementbasis aufgetragen.

Wegen der hohen Depotnutzlast 7,5 kN/m² und der maximal zulässigen Durchbiegung der Tragkonstruktion von 2 mm auf einen Meter Länge wegen der Rollregalanlagen, wurde eine zusätzliche Unterstützung des Holztragwerks durch ein Sekundär-Stahltragwerk im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss notwendig. Die Stahlstützen mussten aufwendig auf eine Stahlbetonplatte mit Fundamentbalken und insgesamt 155 Mikrobohrpfählen, bis zu einer Tiefe von 7,00 m, gegründet werden. Die benötigte technische Ausstattung und Gebäudeinstallation war komplett neu zu erstellen. Strom- und Wärmeversorgung erfolgen mittels Erdkabel bzw. Fernwärmeleitungen über das Museum der Bayerischen Geschichte.

Die Depotbeleuchtung ist nach Lichtfarbe und Beleuchtungsstärke genau auf die Depotnutzung abgestimmt. Die in den Depotbereichen erforderlich Raumtemperatur von mindestens 14° C bzw. das notwendige Raumklima mit einer relativen Luftfeuchte zwischen 40 und 60%, wird mit einer intelligent gesteuerten Lüftungsanlage sichergestellt. Die Temperierung der Depotbereiche erfolgt mittels Heizregister in den zentralen Lüftungsgeräten. Die Bauteilaktivierung in der Bodenplatte im Erdgeschoss ermöglicht die Einregulierung der benötigten Temperaturen, abgestimmt auf die unterschiedlichen Lager- bzw. Arbeits- und Aufenthaltsbereiche. Auf Grundlage einer in der Planungsphase durchgeführten Klimasimulation konnte auf eine Kühlung und Entfeuchtung verzichtet werden.

 

Museum of Bavarian History

The so-called "Austrian barn" at the river danube in Regensburg (UNESCO world heritage) was first mentioned in 1653 and rebuilt several times over the centuries. The mighty, historical, listed building was u.a. used as salt storage and has now been renovated as a museum depot for the new Museum of Bavarian History. With 18 x 40 m outside masses, 3 normal floors and 3 attic floors and 18 m height, the building is a powerful building volume directly on the Danube bank. The aim of the refurbishment was, on the one hand, to provide exemplary monumental upgrading of the existing building components and to add the structures to be created clearly legible to the historical inventory.