solitär

Neubau Atelier- u. Wohngebäude

Bauherr: Leo Schötz, Pulling
Planung: fabi architekten bda, Regensburg
Mitarbeiter: Veronika Lemberger
Bauleitung: Leo Schötz, Pulling

Planungszeit: 05.2014 – 06.2015
Bauzeit: 09.2015 – 12.2016
Nutzfläche Atelier: 125 m²
Wohnfläche: 127 m²
Bruttorauminhalt: 1.445 m³

Veröffentlicht: Architektouren der Bayer. Architektenkammer 2017

Ein Haus für den Künstler Leo Schötz als Ort zum Arbeiten und Leben. Das Atelier- u. Wohnhaus befindet sich auf einem Wiesengrundstück zwischen Pulling und Blaibach im vorderen Bayerischen Wald auf rund 400 m Meereshöhe. Die Wiese, der Wald, der Fluss Regen und die Verbindungsstraße bilden geographisch Linearstrukturen in der Landschaft. Diesen Naturformen folgend, entstand ein sehr schmaler, langgestreckter Baukörper mit 27 m Länge und 7,5 m Breite. Die Form des Baukörpers bezieht sich mit seinem Satteldach und den schnörkellosen Details von hoher handwerklicher Qualität auf die traditionellen Bauernhäuser des Bayerischen Waldes. Die einheitliche Materialwahl der rostfarbenen Cortenstahlhaut für Fassade und Dach unterstreicht den monolithischen Charakter des Gebäudes. Wie eine Skulptur liegt der Stahlrohling in der Flur und fügt sich charakterstark in die herbe ostbayerische Landschaft ein. Die wenigen Fensteröffnungen in unterschiedlicher Größe beziehen sich auf signifikante Punkte der unmittelbaren Umgebung: Die Orte Pulling und Blaibach, die Beton-Eisenbahnbrücke über den Fluss Regen aus dem Jahre 1927 und der Wald.

Im Inneren des Gebäudes stehen robuste Materialen wie Eiche, Rohstahl und OSB-Beplankung im atmosphärischen Miteinander des Sichtbetons für Wände, Decken und einen Teil der Böden.

Der Besucher wird über einen Fußweg zum Gebäude geführt, der zum rückwertig gelegenen Eingang führt. Von dort erreicht man, - vorbei an einer eingestellten Funktionsbox für Garderobe, WC, Teeküche und Bilderlager,- das Atelier als Ein-Raum-Volumen. Neben dem Blickfenster nach Westen spendet ein großes Nordoberlicht Helligkeit. Ein kraftvoller Rahmen für die künstlerische Arbeit. Zur anderen Seite erstreckt sich der Wohn- u. Gästebereich. Der zweigeschossige Hauptraum für Kochen-Essen-Wohnen bildet das Zentrum. Dahinter liegen die Individualräume wie Schlafen und Bad. Über die frei gespannte Galerie gelangt man vom Wohnbereich wie über eine Brücke in das Atelier auf die Oberseite der eingestellten Funktionsbox. Von diesem Rückzugsbereich überblickt man das Atelier. Der Künstler Leo Schötz kehrt mit diesem Projekt nach Jahren in der Großstadt nun wieder zurück in seine Heimat des Bayerischen Waldes.

„In den Bergregionen besteht eine Erwartung nach robusten und vertrauten Konstruktionen, die man nicht enttäuschen sollte. Wenn sich dann im Detail etwas Modernes zeigt, kann es in einen Dialog mit dem vertrauten Bild treten und dieses weiterentwickeln“ (Lutz Philip)

 

Solitär

A house for the artist Leo Schötz as a place to work and live. The studio and residential house is located on a meadow plot between Pulling and Blaibach in the Bavarian Forest at about 400 m above sea level. The meadow, the forest, the river and the connecting road form geographically linear structures in the landscape. Following these natural forms, a very narrow, elongated building with a length of 27 m and a width of 7.5 m was built. The shape of the building, with its saddle roof and the straightforward details of high craftsmanship, refers to the traditional farmhouses of the Bavarian Forest. The uniform material selection of the Corten stainless steel skin for façade and roof underlines the monolithic character of the building. Like a sculpture, the steel blanket lies in the corridor and fits into the harsh East Bavarian landscape. The few openings in different sizes refer to significant points in the immediate vicinity: the places Pulling and Blaibach, the concrete railway bridge over the river from the year 1927 and the forest.

Inside the building are robust materials such as oak, crude steel and OSB cladding in the atmospheric coexistence of the exposed concrete for walls, ceilings and a part of the floors.

The visitor is led over a footpath to the building, which leads to the rear entrance. From there you reach the studio as a one-room volume, past a set function box for wardrobe, WC, kitchenette and picture storage. A straightforward, powerful frame for artistic work. On the other side is the living and guest area. The two-storey main room for cooking and eating is the center. Behind it are the individual rooms like sleeping and bath. The gallery is accessed from the living area, via a bridge, into the studio on the top of the set function box. The studio is overlooked by this retreat.